Vor sechshundert Jahren trug der Bergrücken über unseren Häusern eine der großen Städte des Balkans. Ein Chronist jener Zeit nannte sie „eine Stadt aus Silber – und wahrhaftig aus Gold“. Was von ihr geblieben ist, liegt eine Stunde zu Fuß von unserem Tor entfernt.
Aus diesem Berg kam Silber, in dem schon Gold steckte. Die Bergleute nannten dieses Silber Glama, und im besten Fall bestand es zu einem Drittel aus Gold. Um 1285 wurde die Festung errichtet, die über die Erzgänge wachen sollte. Sächsische Bergleute kamen der Gruben wegen, Kaufleute aus Dubrovnik des Handels wegen, und mit ihnen wuchs die Stadt auf vier- bis fünftausend Menschen innerhalb der Mauern – in einem Jahrhundert, in dem die meisten Städte Europas keine zweitausend zählten.
Der Stadt hatte kaum jemand etwas zu sagen. Novobërdë prägte ab 1349 eigene Münzen und erhielt ein eigenes Recht: das Bergrecht von 1412, einundfünfzig Artikel für die Gruben und zweiundzwanzig für die Stadt, eigens für diesen Berg geschrieben. Auf ihrem Höhepunkt förderte sie rund sechs Tonnen Silber im Jahr. Damals kam ein Fünftel des europäischen Silbers vom Balkan, und dort gab kein Berg mehr her als dieser.
- Urkundlich belegt
- Seit den 1320er-Jahren
- Eigene Münzstätte
- Silberprägung ab 1349
- Eigenes Recht
- Das Bergrecht von 1412

Bis zuletzt
Um die Stadt 1455 zu Fall zu bringen, musste Mehmed der Eroberer persönlich mit Kanonen anrücken, und er brauchte vierzig Tage. Ein Junge, den man damals durch die Stadttore fortführte, schrieb später die berühmtesten Memoiren des mittelalterlichen Balkans.

Heute dort oben
Mauern, Wind und kaum ein Mensch
Auf dem Gipfel steht heute die Zitadelle, die in einem gemeinsamen Programm von EU und UNESCO konserviert und teilweise wiederaufgebaut wurde. Die älteren Mauern ziehen sich die Hänge hinab, und weiter unten liegen die freigelegten Grundmauern der Stadt. In die Außenmauer ist noch immer ein mittelalterliches Steinkreuz eingelassen. Die Ruinen der Bergmannskirche liegen in Bostan selbst, dem Dorf unten an unserer Straße.
Eine Kasse gibt es nicht, Öffnungszeiten auch nicht; der Bergrücken steht jedem offen, der hinaufsteigt. Von unserem Tor aus geht man etwa eine Stunde durch die Kiefern bergauf, und wer lieber fährt, dem nimmt die schmale Straße den größten Teil der Strecke ab. Die Runde um die Mauern dauert zwanzig Minuten, und Gesellschaft leistet einem der Wind. Fragen Sie bei uns an der Tür nach, dann zeigen wir Ihnen den Weg.
- Eintritt frei, Tag und Nacht offen
- Konserviert im Programm von EU und UNESCO
- Der Weg beginnt an unserem Tor
Fotos der Festung: Arben Llapashtica und Arian Mavriqi, CC BY-SA 4.0, über Wikimedia Commons.

Wieder bergab
Oben auf dem Bergrücken sechshundert Jahre Geschichte, unten am Weg ein warmes Haus, das auf Sie wartet.
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